How to connect on the web like its 2010

Auch bevor es die großen Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok usw. gab, haben Menschen sich im Internet gefunden, sich ausgetauscht und sich selbst präsentiert. Dabei hat das oft nicht über Algorithmen funktioniert, sondern in dem man selber sich durchs Internet geklickt hat und neue Sachen gefunden hat. Verschiedenste Wege wie man das machen konnte (und auch immer noch machen kann) werden hier kurz erklärt.

Aber, warum sollte ich das denn eigentlich machen?

Es gibt doch heute Plattformen, die einem beim Entdecken von neuem Content helfen?

Zuerst mal macht diese Art zu Surfen im Web einfach ziemlich viel Spaß, da abseits der etablierten Plattformen noch immer viele Blogs, persönliche Webseiten, Foren und so weiter existieren, die zu den verschiedensten und nischigsten Themen Ausblick geben (Beispiel: Faltbootbasteln.de).

Screenshot der Webseite faltbootbasteln.de

Oder wo man kleine Ecken des Internets findet, in denen sich jemand sein eigenes digitales Zuhause gebaut hat, ganz nach den eigenen Vorstellungen, für die es keine Rolle spielt, wie massentauglich z.B. die Ästhetik ist oder wie relevant der Inhalt. (Beispiel: MoxieMoshpit )

Maxie Moshpits Startseite

Auch seine eigene Website und damit seine kleine Ecke Internet zu gestalten, kann ziemlich viel Spaß machen. Einen kleinen Ausblick darauf, wie Leute sich dabei kreativ austoben, kann man auf Neocities.org sehen.

Der zweite Grund ist, dass die meisten großen Social Media Plattformen (Instagram, Facebook, X, TikTok, ...) zentralisiert funktionieren, die Entscheidungsmacht darüber, was mit Ihnen passiert, also an einer Stelle liegt. Und diese Stelle ist meistens eine Firma, die möglichst viel Profit machen möchte, wobei das, was die tatsächlichen Nutzer*innen wollen, eigentlich ziemlich egal ist. Dadurch sind Soziale Medien in den letzten Jahren immer mehr zu Werbetafeln geworden, statt zu Orten an denen sich hauptsächlich im Internet ausgetauscht wird. Auch wenn das an sich immer noch funktioniert, sind viele Plattformen inzwischen auch voll mit ganz viel Müll durch den man sich erstmal durchsuchen muss (z.B. Instagram Startseiten die einem kaum noch die Menschen anzeigt denen man folgt, und aufgehört haben chronologisch zu funktionieren ...). Der Hauptzweck dieser "Sozialen" Medien ist inzwischen einen möglichst lange auf der Plattform zu halten, um möglichst viele Daten von einem zu sammeln, die dann wieder verkauft werden können, um möglichst viel Geld mit Werbe-Services zu machen.

Wenn man grundsätzlich aber die Funktionalität dieser Plattformen ganz nice findet, aber auch nicht Techbillionären weiterhin Daten und damit Geld und damit Macht liefern möchte, kann man sich einmal das Fediverse als Alternative anschauen.

Aber was sind also jetzt die Möglichkeiten sich im Internet zu vernetzen, ohne auf Soziale Medien angewiesen zu sein?

RSS Feeds & Podcasts

Viele Blogs und die allermeisten Podcasts benutzen RSS -Really Simple Syndication damit man sie abonnieren kann und immer die neuesten Updates bekommt. Dabei kann man sich einen RSS Feed als Log über neu hinzugefügte Inhalte vorstellen. Wenn man dann einen RSS Feed abonniert, indem man die URL des Feeds in einem RSS-Reader hinzufügt, bekommt man in diesem immer die neusten Beiträge angezeigt. Es ist also ein bisschen wie sich seinen eigenen Feed zusammenzustellen, nur dass man dabei nicht auf eine Social Media Plattform begrenzt ist, sondern alles was einen RSS Feed bereitstellt darin vereinen kann.

RSS Reader

RSS Reader findet man aufm PC z.B. als Browser Plugins oder auch in vielen Mail Programmen. Auf dem Handy gibt es verschiedenste RSS Reader Apps. Um zwischen verschiedenen RSS Readern seine Feeds zu synchronisieren.

RSS Feeds finden

Einige Webseiten haben noch einen Link zu ihrem RSS Feed, aber bei den meisten muss man etwas mehr suchen. Am einfachsten geht es mit Browser Plugins wie Feedbro oder RSS Hub Radar, die einem automatisch RSS Feeds für eine Seite heraussuchen.

Foren

Vor Reddit haben sich Leute in verschiedensten kleineren eigenständigen Foren ausgetauscht. Diese kann man auch selber hosten und hat damit volle Kontrolle darüber wer beitreten darf und wie das Forum funktioniert.

E-Mail

Klingt vielleicht komisch, aber der Austausch per ist E-Mail eine Möglichkeit ohne Abhängigkeit von großen Firmen miteinander zu kommunizieren. Denn E-Mail Nachrichten werden funktionieren über ein offenes Protokoll (IMAP/SMTP), dadurch kann man mit jeder Person schreiben, egal bei welchem Mail-Anbieter man ist. Und man hat ja eh meistens mindestens einen Mail-Account. Inzwischen gibt es sogar Chat Apps wie Delta Chat, die auf E-Mail basieren. Das sieht dann auch ähnlich aus wie WhatsApp. Nur ganz ohne einen Konzern der deine Nachrichten auf seinen Servern zwischenspeichern muss. Für Ende zu Ende Verschlüsselung benutzt man am besten noch PGP.

Eine eigene Website basteln

Damit andere einen finden können und man einen Ort hat, an dem man seine eigenen Interessen, Kontaktmöglichkeit, usw. für andere sichtbar machen kann, ist seine eigene Website basteln eine hervorragende Möglichkeit das zu machen. Einen Startpunkt um damit anzufangen kann euch unser Tutorial im Wertstoffhof-Wiki geben.
Vor allem aber ist es etwas mit dem man wirkliich leicht anfangen kann, und wofür es auch richtig viele einfache Tutorials und Ressourcen gibt im Internet. Ganz nebenbei lernt man dann noch einiges darüber wie das Internet eigentlich funktioniert. Mit Webseiten wie Neocities.org muss man sich auch nicht um einen eigenen Server kümmern, sondern kann dort einfach und kostenlos seine Webseite hochladen.

Mutuals

Als Mutuals (deutsch: Gleichgesinnte) bezeichnet man Leute die z.B. gegenseitig ihren Webseiten/Blogs folgen, sich dort velinkt haben und miteinander im Kontakt stehen. Es ist also ein bisschen wei ein digitales Freundebuch wenn man auf seiner Webseite einen Abschnit mit Mutuals hat. Gleichzeitig hilft es Leuten weiter Webseiten zu entdecken die auch nach ihrem Gechmack sein könnten.

Webringe

Webringe sind sowas online Communities. Das funktionert so das Webringe quasi ein Link sind der sich der Reihe nach durch die dazugehörenden Webseiten bewegt. Oft mit einem hübschen kleinen Banner auf das man klicken kann. Dabei kann sich ein Webring aus Webseiten zusammensetzen die ein selbes Thema haben (z.B. Zeichnen), oder auch bei denen die Betreibenden eine Gemeinsamkeit haben (z.B. Webseiten von Menschen aus Saarbrücken).

Badges, Webrings und Webcliques von Moxie Moshpit

Gästebücher

Durch das Einfügen von einem Gästebuch auf der eigenen Webseite können Menschen einem Nachrichten hinterlassen ohne das man seine E-Mail öffentlich ins Netz stellen muss. Genauso kann man selbst auch eine Nachricht bei anderen hinterlassen und so miteinander in Kontakt kommen, ohne das es noch eine Platform als Zwischenhändler braucht.