Surfen im Web so das es weniger suckt

Das Internet heute hat schon einige schnieke Aspekte und die meisten Social Media Platformen hatten eine Phase, in der sie mal cool waren, weswegen wir angefangen haben sie zu benutzen. Wenn man sich nicht ganz davon abwenden will, gibt es Möglichkeiten wieder zu der Experience zurückzukommen, die man eigentlich mal mochte. Für mich bedeutet das meist vor allem weniger Werbung, Algorithmus-Empfehlungen und Tracking. Ziel ist wieder den Content zu sehen von Leuten, denen ich folge und nicht in einem endlosen Strudel an empfohlenem Content zu verschwinden. Meistens geht das mit Erweiterungen für den Internet-Browser, am Handy auch teilweise mit extra Apps.

Geeigneten Web-Browser nutzen

  • Empfehlung: Mozilla Firefox
    Open Source, große Auswahl an Erweiterungen, die das Leben im Web angenehmer macht
    • Verfügbar für sowohl Handy als auch PC
  • Auch interessant: Tor Browser
    Open Source, bekannt dadurch das man mit Tor auch das Darknet benutzen kann. Immer dann nützlich, wenn man anonym im Internet bleiben möchte und so wenig nachverfolgbar wie möglich. Nicht sinnvoll, um Webseiten mit Login o.ä. Mechanismen zu benutzen. Bei Tor ist es auch nicht sinnvoll Erweiterungen usw. zu installieren, da der Browser so gebaut ist, dass sein digitaler Fingerabdruck möglichst ähnlich über alle Nutzer hinweg ist. Durch das sogenannte Onion Routing ist nicht nachverfolgbar, welche Websiten man als User benutzt.
    • OnionShare: Ein File Sharing Server der Onion Routing benutzt um Dateien sicher und Anonym zu teilen.

Auf dem PC

Generelle Verbesserungen des Surfens im World Wide Web durch Blockieren von Werbung, Tracking Code etc. hilft bei der Ladezeit von Webseiten und macht Webseiten besser lesbar indem man nicht von Werbung bombadiert wird. Dabei helfen z.B. folgende Firefox Erweiterungen:

Adblocker

Entfernen Werbe-Elemente von Websiten

Blocken von Aktivitäts-Trackern

Die allermeisten Webseiten beinhalten inzwischen Code, der genutzt wird, um Besucher zu tracken, auch über den Besuch von einzelnen Websiten hinaus. Meist ist der Zweck das Sammeln von Daten um effektivere Werbung zu schalten, bzw. auch direkt die Daten weiterzuverkaufen.

  • Privacy Badger (Open Source & free, blockiert Tracker, die über mehrere Webseiten hinweg Nutzerdaten tracken)
  • Decentraleyes (Open Source & free, enthält häufig genutzte Dateien die Webseiten oft von externen Anbietern wie google hosted libraries laden, und stellt diese lokal bereit anstatt das die Anfragen an externe Anbieter gestellt werden wodurch diese Nutzungsdaten sammeln können )
  • Consent O-Matic (Open Source & Free, erledigt automatisch das ausfüllen von Cookie Berechtigungen für einen, und folgt dabei den Permissions die man in der Erweiterung eingestellt hat, z.B. alles abzulehen)

YouTube wie früher

YouTube ist inzwischen voll von Werbung, seien es explizite Werbe-Anzeigen, die in Videos geschaltet werden, WerbeBanner auf der Website oder Sponsor Segmente. Zusätzlich gibt es auch dort einen Algorithmus, der dazu führt, dass man immer weniger von seinen tatsächlichen Abos sieht und vor allem durch immer weitere Videoempfehlungen auf der Website gehalten wird.

  • YouTube Unhook (Free, fügt verschiedene Optionen hinzu, die Design-Elemente abschalten, die hauptsächlich dazu dienen einen auf der Website zu halten wie Shorts, Autoplay, die Discover-Page statt der Abo-Seite usw.)
  • SponsorBlock (Free & Open Source, überspringt die Sponsoring Segmente in YouTube Videos. Funktioniert dadurch das jeder Zeitstempel angeben kann, wo sich in einem Video das Sponsor Segment befindet.)
  • Adblocker for Youtube (Free, blockiert Werbebanner und WerbeSpots auf der YouTube Website)

Instagram wie früher

Auch bei Instagram gibt es ähnliche Probleme wie bei YouTube: ein Dashboard, was nicht mehr chronologisch funktioniert und voll ist von Accounts, denen man gar nicht folgt, sowie ganz viel Werbung. Egal ob es explizite Werbe-Anzeigen sind, oder Posts deren Inhalt eigentlich auch nur Werbung ist. Accounts, denen man tatsächlich folgt, gehen total unter und man wird auch hier durch nie endenden Content möglichst lange in der App / auf der Website gehalten.

  • IGPlus (Free & Open Source, erlaubt ähnlich wie Unhook für YouTube verschiedenste Design-Elemente wie Empfehlungen, Stories, Werbung etc auszuschalten)

Suchmaschine

Google als Suchmaschine sammelt zum eine viele Daten von seinen Nutzenden und wird zum anderen durch gesponsorte Suchergebnisse und AI Overviews immer weniger nutzbar. Mann kann eigentlich in jedem Browser einstellen, welche Suchmaschine man standardmäßig benutzen möchte.

  • DuckDuckGo: Suchmaschine mit Datenschutzfokus. Server sind zwar in den USA und unterliegen damit auch den dortigen Gesetzen die staatlichen Behörden Zugang zu den Servern zu sichern, allerdings ist das Geschäftsmodell von DuckDuckGo nicht das sammeln von Daten.

KI-Content

Auf dem Handy

Die meisten Empfehlungen für die Nutzung auf dem PC lassen sich aufs Handy übertragen, wenn man dedizierten Apps benutzt, sondern alles über den Web-Browser macht, da die hier gelisteten Erweiterungen größtenteils auch fürs Handy verfügbar sind. Wenn man selbst auch Content hochlädt ist die Browser Experience meistens hakeliger und verfügt leider über weniger Funktionen, aber um Content zu konsumieren, lässt sich auch Firefox auf dem Handy gut nutzen um YouTube, Instagram und z.B. auch Pinterest zu nutzen.

Open Source App Alternativen

Zumindest auf Android gibt es aber auch Möglichkeiten um Free Open Source Software (FOSS) App Alternativen zu installieren statt den Populären Apps, wie NewPipe als alternative YouTube App, die keine Werbung, keine Algorithmus-Empfehlungen enthält und SponsorBlock integriert hat.
F-Droid ist ein ganzer Appstore voller FOSS Apps in dem man nach Alternativen zu Mainstream Apps suchen kann.